Unser offener Brief an den Oberbürgermeister von Ludwigsburg

In Absprache mit den JuSos und den JuLis haben wir einen offenen Brief an den Oberbürgermeister und die Presse geschrieben. Natürlich veröffentlichen wir ihn dann auch als Blogeintrag auf unserer Website:

 

Sehr geehrter Herr Spec,

leider mussten wir der Presse in den letzten Wochen entnehmen, dass ein Pilotprojekt „Schutzranzen“ der Stadt Ludwigsburg die Interessen und Rechte der Kinder und Jugendlichen in unserer Region massiv einschränken möchte. Unter dem Deckmantel der „Sicherheit im Straßenverkehr und Sicherheit für Kinder“ soll die Überwachung von jungen Bürger*innen getestet werden.

Ablenkung im Straßenverkehr und falscher Erziehungsansatz!

Das Projekt gibt vor, für mehr Sicherheit im Verkehr zu sorgen. Doch die Autofahrer werden per App gewarnt, dies bedeutet, dass sie vom Straßenverkehr abgelenkt werden. Das Smartphone hat in Fahrernähe aber nichts zu suchen. Die Datensicherheit ist kaum gegeben. Zwar hat der Hersteller beim Thema sichere Übermittlung der Daten nachgelegt, doch noch immer ist unklar, wie sicher die Übertragung der Daten wirklich ist. Das Urteil von IT-Experten ist vernichtend.

Auch müssen wir uns vor Augen führen, was die ständige Überwachung von Kindern bedeutet. So liefert die App für Eltern die Möglichkeit ständig zu sehen, wo sich ihr Kind befindet. Die Persönlichkeitsrechte der Kinder, sich frei bewegen zu können, werden hierdurch eingeschränkt. Kinder werden schon von Kindesbeinen an, mit dem Gefühl „Big Brother is watching you“ konfrontiert. Diese Überwachung stört das Vertrauensverhältnis in den Familien und schwächt das Selbstvertrauen der Kinder.

Daneben ist die Verantwortung im Straßenverkehr zu nennen. Die Autofahrer haben dafür Sorge zu tragen, dass sie niemanden überfahren. Denkbar ist nämlich, dass irgendwann nur noch Fußgänger die sich ständig tracken lassen, geschützt sind. Dies ist für uns die falsche Entwicklung der Digitalisierung.

Verkehrssicherheit erhöhen, Kinder in der Verkehrskompetenz stärken!

Ein besserer Schritt ist, rund um Schulen grundsätzlich 30 km/h einzuführen. Ebenso ist denkbar, dass es weitere Zonen um Schulen gibt, die von Autos zu Schulzeiten nicht befahren werden dürfen. So ließen sich die Kinder deutlich effektiver schützen, auch ohne eine 24/7-Überwachung.

Des Weiteren setzen wir auf die kindliche Entwicklung und die Verkehrserziehung. Wenn Kinder schon frühzeitig selbstständig den Schulweg bestreiten und nicht tagtäglich vom „Elterntaxi“ gebracht werden, lernen sie sich im Verkehr zurechtzufinden und auf ihre Sicherheit zu achten. Bessere Radwege und der Ausbau des Bustaktung unterstützen diesen Ansatz. Schulungen durch die Polizei in Sachen Verkehrssicherheit oder Verkehrspatenprogramme bringen hier deutlich mehr als Helikopterüberwachung!

 

Unsere Forderung an Sie: Stoppen Sie dieses Projekt und sorgen Sie für effektive Verkehrssicherheit ohne Tracking der Kinder!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Unterzeichner:

Marcel Hoffmann (Vorstandsmitglied Grüne Jugend Kreis Ludwigsburg)

Arne Eckstein, (IT-Koordinator Grüne Jugend Kreis Ludwigsburg)

 

Lina Wagner (Kreisvorsitzende Junge Liberale Kreis Ludwigsburg)

Marcel Distl (Stellvertreter für Presse und Öffentlichkeitsarbeit Junge Liberale Kreis Ludwigsburg)

 

David Schwarz (Vorsitzender Jusokreisverband Ludwigsburg)

 

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