Es ist der 13. April, Samstagmorgen, Wochenmarktzeit. In bitterer Kälte bauen drei Mitglieder der Grünen Jugend Ludwigsburg ihren Stand auf. Unter ihnen ist auch der 22-Jährige Max Girrbach. Der Student hat die Aktion zum Thema Cannabis-Legalisierung maßgeblich mitorganisiert und ist heute verantwortlich für den Stand. Girrbach kandidiert außerdem für den Stadtrat auf Platz 10 der Liste von Bündnis 90/Die Grünen, denn er findet so einiges nicht in Ordnung und möchte sich aktiv in die kommunale Politik einbringen.

Die Aktion läuft ganz gut an. Die Idee hinter dem Stand: Die jungen AktivistInnen behandeln Cannabis mit ihrem Marktstand so, als wäre legaler Konsum und Besitz möglich. Am Ende können sie leider nur Hanftee verteilen, aber ab und zu halten Interessierte* an und lassen sich auf eine Unterhaltung über das Thema ein, manch einer nimmt sogar etwas vom ausgelegten Info-Material mit. Auf selbstgemalten Plakaten ist „Cannabis legalisieren! – Jugend schützen!“ zu lesen. Die Grüne Jugend fordert das schon lange, politisch erhört wird sie dabei nicht.

Die Idee dahinter: Cannabis und das berauschende THC als Konsummittel zu legalisieren, vergleichbar mit beispielsweise Tabak oder Alkohol. Denn die Konsument*Innen sind durch die Illegalität Straftäter*Innen, obwohl sie durch ihren Konsum niemandem Schaden. Durch eine Legalisierung und damit verbundene Kontrollen wäre Jugendschutz erst möglich und das Cannabis frei von Streckmitteln oder überzüchteten Sorten, so wie es auf dem Schwarzmarkt leider immer wieder der Fall ist. Positive Nebeneffekte einer solchen Legalisierung wären vermutlich auch ein Austrocknen des illegalen Handels und der damit verbundenen, organisiert-kriminellen Strukturen sowie enorme Steuereinkommen durch eine ähnliche Besteuerung wie Tabak oder Alkohol. Auch Polizei und Justiz würden enorm entlastet werden und könnten ihre Zeit sinnvoller verwenden als mit der Verfolgung von privaten Kleinstkonsument*Innen.

Max Girrbach und seine MitstreiterInnen stehen auf jeden Fall hinter diesen Legalisierungsplänen und einem entsprechenden Cannabis-Kontroll-Gesetz. Fachlich unterstützt wurden sie dabei bei einer Veranstaltung am 9. April, bei der die Grüne Jugend Ludwigsburg den Cannabis Social Club Stuttgart zur fachlichen Diskussion eingeladen hatte. Bei dieser Diskussion wurde unter anderem klar, dass auch die Kommune einen Schritt in Richtung Legalisierung machen kann. Denn wenn die Stadt Ludwigsburg sich mit wissenschaftlicher Begleitung ein Konzept überlegen würde, könnte sie beantragen, einen Coffee Shop oder einen Cannabis Social Club zu genehmigen. Ludwigsburg würde sich damit zur Modellstadt für die Legalisierung machen und zumindest lokal Cannabis-Konsument*Innen ein Angebot schaffen, sodass sie nicht mehr auf illegale Wege zurückgreifen müssten. „So würden wir das Dealen vom Bahnhof in einen kontrollierten Shop verlegen“, meint Joris Drüppel, der Sprecher der Grünen Jugend Ludwigsburg, der auch am Stand war.

Die Aktion auf dem Wochenmarkt ist langsam zu Ende und die jungen Politik-AktivistInnen bauen ab. Das Fazit: Das Thema Cannabis ist mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen, das zeigte das breite Interesse am Stand. Insgesamt war es ein gelungener Wahlkampfstart für die Grüne Jugend und ihren Kandidaten Max Girrbach.