Im Landkreis Ludwigsburg stehen die Nominierungen zur Landtagswahl an! Eigentlich hatten wir ein paar coole Formate geplant um uns und euch die Kandidat*innen für die Wahlkreise bei uns im Landkreise vorzustellen. Die Corona-Pandemie hat uns da natürlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir haben aber nun trotzdem ein Format gefunden, das unsere Kandidat*innen möglichst gut vorstellt: Unsere Online-Interviews. Wir haben uns überlegt welche Themen junge Menschen zur Zeit bewegt und mit welchen Fragen wir entsprechende Antworten aus den Kandidat*innen locken können. In den nächsten Wochen werden sich alle Kandidat*innen diesen Fragen stellen müssen. Die Antworten gibt es einmal pro Woche hier auf der Website. Weiter geht’s mit den Fragen an Uwe Stoll, LTW-Kandidat im Wahlkreis Ludwigsburg.

1) In deinem Wahlkreis gibt es bereits einen etablierten Landtagsabgeordneten. Welche Ideen oder Projekte haben dich dazu bewegt eine Gegenkandidatur zu veröffentlicht?

Ich möchte mich einbringen und mitgestalten an einer „ökologischeren“ Gesellschaft in unserem Land. Mein Ansporn sind die Nachhaltigkeitsziele unserer Welt. Insbesondere Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich und der miserable Umgang mit der Natur liegen mir am Herzen.

2) Als Wahlkreisabgeordnete*r bist du natürlich auch für einen Wahlkreis verantwortlich. Gibt es in deinem Wahlkreis ein Großprojekt für/gegen das du dich im Landtag einsetzen willst?

Ja die Stadtbahn von Remseck nach Markgröningen muss schneller entwickelt werden! Der sog. Nord-Ost-Ring ist für mich nicht tragbar, weil wir mit solchen Projekten der Umwelt und den Menschen schaden.

3) Die Koalition mit der CDU hat sich in den letzten Jahren immer wieder als kompliziert und anstrengend erwiesen. Trotzdem führen wir Grüne nach wie vor die Umfragen an. Wie stellst du dir einen idealen Koalitionspartner für unsere Landtagsfraktion vor? Hast du eine Traumkoalition?

Eine Koalition muss vertrauensvoll arbeiten und gegenseitigen Respekt praktizieren und sich an Abmachungen im Koalitionsvertrag halten. Debatten sind dabei unvermeidbar. Ergebnisse sollten aber immer unsere Inhalte erkennen lassen. Eine Koalition mit den „linken“ Parteien wäre mir die Liebste, aber die Realität wird wohl dagegen sprechen.

4) Das Pariser Klimaabkommen verpflichtet uns zu konsequentem Klimaschutz. Sollten wir uns im Land konkrete Ziele bis 2025, 2030 oder 2040 setzen? Was kann das Land tun um den Klimaschutz voranzutreiben und gegebenenfalls diese Ziele einzuhalten?

Nur mit konkreten Maßnahmen können wir das Klimaziel erreichen. Dazu muss in jedem Jahrzehnt die CO2-Emission um 50 % gesenkt werden. Dies erfordert wahrhaft drastische Maßnahmen. Dazu muss die Transformation der Industrie maximal vorangetrieben, unsere derzeitige Mobilität muss sich ändern in Richtung eines guten ÖPNV, emissionsfreie Mobilität muss attraktiv werden! (z.B. Radwege, autofreie Innenstädte etc.). Aber auch das Verhalten des Einzelnen ist dabei sehr wichtig (Konsumverhalten, Ernährung etc.) Eine regelmäßige Kontrolle und evtl. Nachjustierung sind im Verlauf zwingend.

5) Um Frauen, Migrant*innen und junge Menschen im Landtag sich selbst vertreten lassen zu können fordern wir Grüne eine Landtagswahlrechtsreform. Wie stellst du dir ein Landtagswahlrecht vor, dass genau dieses Kriterium erfüllt?

Jeder Mensch, der in diesem Land lebt, sollte ein Recht haben an der Teilhabe zur Mitgestaltung unseres gesellschaftlichen Lebens.

6) In Hamburg haben die Grünen ein Wahlrecht für Jugendliche ab 14 Jahren gefordert. Kannst du dir das auch für Baden-Württemberg vorstellen?

Ich würde es jetzt nicht festmachen an 14 Jahren. Sicher gibt es 14jährige, die dazu eine Kompetenz hätten. Eine Senkung der Altersregel auf wenigstens 16 Jahre kann ich mir gut vorstellen.

7) Es werden immer noch Asylbewerber*innen abgeschoben die schon längst in Deutschland zuhause sind. Wie können wir im Land Baden-Württemberg möglichst viele Geflüchtete vor der Abschiebung retten?

Dazu müssen wir im Bund andere Regeln durchsetzen. Es kann allerdings nicht sein, das integrierte Flüchtlinge, die in unserem Land gute Arbeit leisten und auch eine Bereicherung darstellen wieder gehen müssen. Das ist ein Akt von Unmenschlichkeit. Ich will mich da dagegen wenden.

8) Eines der Hoheitsrechte des Landes ist die Bildungspolitik. Wenn du eine bildungspolitische Maßnahme sofort umsetzen könntest, welche wäre das?

Wir sehen jetzt wie schwierig der erzwungene digitale Unterricht zuhause abläuft. Die Ungerechtigkeit in unserem Bildungswesen wird wieder mal sichtbar. Viele (20%) haben keinen Zugang zu digitaler Hardware. Die Unterstützung darin ist halbherzig und nicht zielführend. Außerdem meine, ich das mehr getan werden muss im Bereich von Medienkompetenz und dem Erlernen von Inhalten, die ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und sozialen Fähigkeiten prägen.

 9) Im Kreisverband Ludwigsburg führen wir aktuell eine Debatte wie wir die Partei verjüngen wollen und junge Leute für Politik begeistern können. Was ist deine Vision für mehr Jugendbeteiligung im Kreis Ludwigsburg?

Ich begrüße die Debatte um junge Menschen für Politik zu begeistern und zum Mitmachen zu bewegen. Dazu arbeitet man an der Neugestaltung der Satzung unseres Kreisverbands. Die grüne Jugend hat sich neu gegründet in Ludwigsburg. Das ist sehr zu begrüßen, denn ohne eine gute Jugendorganisation bleibt Politik in den Händen der Alten und nicht bei denen, die dieses Land und die Umwelt für ihre Zukunft gestalten sollen. Dazu wünsche ich mir eine konstruktive Zusammenarbeit und regelmäßige Kontakte.