Die Planung des Nord-Ost-Rings, eine autobahnähnliche neue Straße über freie Felder von Kornwestheim nach Waiblingen am nördlichen Rand Stuttgarts, ist nicht neu. Die dadurch bedrohten Freiflächen waren schon immer schützenswert. Spätestens seit dem der Unternehmer Rüdiger Stihl vorgeschlagen hat, den Tunnel für 1.5 Mrd Euro unter die Erde zu legen, ist diese Erkenntnis auch bei den Nord-Ost-Ring Befürwortern angekommen. Das ist ein Erfolg jahrzehntelanger Arbeit von Umweltschützer*innen.
„Trotzdem darf es eine Diskussion um den Nord-Ost-Ring in Zeiten der Klimakrise nicht geben. Das ist so absurd, dass wir sie gar nicht führen wollen“, so Maja Wahl, Sprecherin der Grünen Jugend Ludwigsburg. Die Befürworter des Nord-Ost-Rings werben derzeit sehr intensiv in der Kommunalpolitik für ihre Pläne. Dazu haben sie unter anderem einen Landschaftspark auf machen Flächen über dem Tunnel vorgeschlagen. „Das Konzept des Landschaftsparks, kommt ganz harmlos daher. Aber Fakt ist, der Verlust von wertvoller Ackerfläche lässt sich damit nicht vermeiden“, so Lysander Liermann, Sprecher der Grünen Jugend Ludwigsburg. Durch den Nord-Ost-Ring wird mehr Verkehr erzeugt. Er wäre das letzte zentrale Teilstück einer Ost-West-Verbindung von Bayern ins Rheintal und hat mit einer Verkehrsentlastung in der Region nichts zu tun. „Mehr Verkehr bedeutet mehr 𝐶𝑂2 und Umweltschäden. Nur weil das 𝐶𝑂2 in einem Tunnel entsteht, verschwindet es nicht aus der Atmosphäre!“, so Ben Engelhard von Fridays for Future Stuttgart. Auch wenn irgendwann der fossile Verbrennungsmotor überwunden wird, bis dahin hat der Nord-Ost-Ring bereits viele tausend Tonnen mehr an 𝐶𝑂2 erzeugt und unsere Lebensgrundlage zerstört.

„Ich bin sprachlos, wie man auf die Idee kommen kann, in Zeiten der Klimakrise 1.5 Mrd für neue Straßen ausgeben zu wollen. Wer die Verkehrswende sozial und ökologisch gestalten will, der sollte dieses Geld in Klimaschutz investieren“, so Sebastian Stark von der Linksjugend [’solid] und stellv. Landtagswahlkandidat der Linken in Wahlkreis III. Das bedeutet auch, dass die Wirtschaft inklusive der Logistik neu gedacht werden muss. Hier müssten Land und Region eine Vorreiterrolle einnehmen, dafür könnte die Firma Stihl wichtige Akzente setzten.